Luxxxus

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Die von der Halle6 kuratierte Ausstellung LUXXX.US komponiert zeitgenössische Lichtkunstwerke aus der aktuellen Münchner Kunstproduktion zu einer raumübergreifenden Installation. Dabei sind in den großzügigen Räumen der Galerie der Künstler des BBK München und Oberbayern die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Arbeiten unausweichlich und erwünscht. Mit kuratorischer Sensibilität werden sie aufeinander abgestimmt und zu einem Orchester zusammengefügt. Gleichzeitig bleibt das einzelne Werk als Position erhalten.

 

Mit den Worten München leuchtet“ beschreibt bereits Thomas Mann 1902 in seiner Novelle Gladius Dei“ liebevoll den Glanz Münchens als eine der führenden Kunsthauptstädte des Landes, karikiert sie jedoch zugleich in tiefst ironischer Weise. Mit Hilfe des Plots um die Figur des Hieronymus und seiner Dünkel um die Reproduktion eines vermeintlich frivolen Bildes bemerkt Mann, dass Kunst auf das Dekor reduziert wird und nur als Ware noch eine Funktion besitzt. Nicht umsonst ist Kunst in der Novelle hauptsächlich als Reproduktion gegenwärtig. Mann bleibt nicht verborgen, dass weite Kreise der Bevölkerung für Kunst nicht empfänglich waren, sondern stumpf vor sich hin lebten.

 

Gedanklich knüpft die Ausstellung LUXXX.US bewusst hier an. Im Titel greift der Bestandteil „Lux“ als Einheit des Lichtes die enge Verbindung Münchens zum Leuchten auf. Zugleich unterstreicht das ergänzende englische Pronomen „us“ Gemeinschaftsgedanken wie Gesamtkonzeption des Konzepts. Und aus der Symbiose beider Worte entsteht schließlich der „Luxus“ bzw. LUXXX.US als Begriff des Überflusses. Überfluss in Form einer Menge an Licht, was ein Augenzwinkern auf die viel beschriebene „Luxusmetropole“ München wie auch das Projekt selbst ist. Denn während das Konzept einer Lichtausstellung in Zeiten von Energiewende längst als überholt gelten könnte wie sollte, und durch die Abschaffung beispielsweise herkömmlicher Glühbirnen tatsächlich bedroht ist, bietet das Projekt zugleich die Möglichkeit über eben jene Aspekte zum Diskurs anzuregen.

 

Die einzelnen künstlerischen Arbeiten, die zum Teil Alltagsgegenstände wie Leuchtmittel, Kühlschränke und Tische einsetzen, beziehen konkret Stellung zum Umgang mit Strom, Licht und Energie.

 

Das „leuchtende München“ ist nicht weniger von „Lichtverschmutzung“, welche die Ausstellung mittels der verwendeten Lichtmenge aufgreift, betroffen als andere Städte. Sie ist dennoch eine grüne Stadt, die nachhaltig wirtschaftet. Auch darauf will LUXXX.US hinweisen und die Möglichkeit nutzen, sowohl ein Statement wie einen Diskursrahmen zu einem hochaktuellen Thema zu schaffen, in dem auch über die Zukunft und Umwertung einer gesamten Kunstgattung reflektiert wird.

 

Die tageslichtlose, an der „Luxusmeile“ Maximilianstraße gelegene Galerie der Künstler des BBK München und Oberbayern ist hierfür als Ort besonders geeignet: Sie versteht sich als Schnittstelle zwischen Künstlerinnen, Öffentlichkeit, Politik, Privatgalerien, Museen und Presse und verspricht damit gezielt den Kontakt zu jenem kunst- und diskursinteressierten Publikum, das es für das von der gleichnamigen Homepage begleitete Projekt LUXXX.US braucht.

 
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