TEN

TenFlyer_Halle6-WEB   Eröffnung: Donnerstag, 16. Juli, 19 Uhr Ausstellung: 17. – 19. Juli, 11-19 Uhr 10 Künstlerinnen und Künstler der Halle 6 zeigen ihre Werke. Dazu installiert der Musiker Norbert Stammberger seine KlangBox. Die Halle 6 hat eine Gruppe von individuellen Künstlerinnen und Künstlern zusammengeführt, die sparten-übergreifend kooperieren, ohne im akademischen Sinn eine Künstlergruppe zu sein. Entsprechend vielseitig sind die künstlerischen Ergebnisse, die im Rahmen der Ausstellung TEN zu sehen sind. Aus Farbe entstehen die abstrakten Landschaften des chilenischen Malers Jaime Gajardo, die auf Erinnerungsbildern fußen. Scheinen wir uns in Gajardos Landschaftsbildern zu verlieren, so eröffnet der Bildhauer Christian Schnurer in Verbindung einer geographischen Schulkarte von 1941 mit einem in seiner Formensprache an eine Drohne erinnernden Kunststoffkörper den Blick auf die politische Dimension von Landschaft. Sie wird als Darstellung von Grenzen, militärischen Interessen und als auch immer wieder neu entstehendes Konstrukt entlarvt. Vor der Halle 6 ist schließlich noch die Arbeit „Exportweltmeister“ zu sehen. Die Arbeit verbindet einen Trabant 601 aus dem Jahr 1985 und den Abwurftank eines Jagdflugzeugs des Warschauer Pakts. Im Herbst plant Christian Schnurer ein Reiseprojekt mit dem „Exportweltmeister“ Richtung Osteuropa. Die Karte als Weltkugel taucht in der Arbeit von Torsten Mühlbach auf. Auf einer Sackkarre sind verschiedenste Gegenstände wie Lampenschirme, Porzellankätzchen, ein Totenkopf oder ein Tischspringbrunnen zusammengeführt, die sich zu einer surrealen plastischen Kollage verbinden. Eine neue Sicht auf die Dinge gewährt und auch Jörg Besser in seinem Video „BASEL“. Die Arbeit regt zu einem ungeahnten Perspektivwechsel an. Die aktuellste Videoarbeit von Anuk Miladinović trägt den Titel SOLLBRUCHSTELLE. Das Kostüm aus dem Film, das Jacket mit gestickter Möve und ein Still eröffnen einen ersten kleinen Einblick in dieses noch nicht abgeschlossene Projekt. Die Motive Figur und Landschaft der Malerei und Radierung von Andreas Höhne hängen den Stadt-Landschaften von Stanislav Vajce gegenüber. Er vereinfacht die graphische Bildstruktur des Ausgangsmaterials, indem er sie in einer geringen Pixelgröße der LED-Matrix einpasst. Der Künstler eröffnet uns einen durch die Medien unserer heutigen Zeit gefilterten Blick. Der plastisch verformte Druck auf Aludibond von Florian Lechner ist eine Verbindung seiner „Raumbilder“ und „Raumschnitte“. In seiner „Studie“ überführt er die zweidimensionale Darstellung einer Faltung zurück in die dreidimensionale Form. Reliefstrukturen und das Spiel mit Licht und Schatten finden wir auch in den Arbeiten von Moritz Walser: Die aus Bronze gegossenen Faustabdrücke des Künstlers sind genauso zu sehen wie der Aluminiumguss „arhiv ohranjena“. Eine offengelassene Fabrik in Slowenien diente ihm als Atelier und Materialsammlung. Der Ort gab ihm das Material Aluminium vor, welches – zusammen-geschmolzen – zu einer neuen Form fand, die sich schließlich auf den Ort der Entstehung wieder zurückbezieht. Maria Berauer konfrontiert uns im Untergeschoss der Halle 6 in ihrer Videoinstallation „Odem“ mit unverortbaren, kontextlosen Körperlichkeiten. Erinnerungsbilder werden wach, um gleichermaßen wieder in Frage gestellt zu werden. Neben den zehn Bildenden Künstlerinnen und Künstler zeigt der Musiker Norbert Stammberger seine KlangBox. Aus einer handelsüblichen Pappschachtel heraus sind teilweise reine Klangsammlungen und bearbeitetes akustisches Material zu hören, welches er im Rahmen seines KlangBüros, das er seit 2012 in der Halle 6 betreibt, gesammelt hat.   / TEN-AUSEN       / TEN-INNEN